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Azubis machen Fachhochschulreife parallel zur Ausbildung

Auszubildende aus Schlüsselregion-Firmen werden am Berufskolleg Niederberg auf ihre Fachhochschulreife vorbereitet.
 


Weiter zur Schule gehen oder eine Ausbildung starten? In vielen Velberter und Heiligenhauser Unternehmen geht jetzt beides – dank der Möglichkeit, neben der Ausbildung am Berufskolleg Niederberg die Fachhochschulreife zu erwerben.  

„Viele Jugendliche stehen nach der Mittleren Reife vor der schwierigen Entscheidung, weiter zur Schule oder direkt in die Ausbildung zu gehen“, erklärt Dr. Thorsten Enge, Geschäftsführer der Schlüsselregion e.V. Um für junge Leute alle Möglichkeiten offen zu halten, hat das Berufskolleg Niederberg (BKN) nun ein Konzept entwickelt, das beides ermöglicht: Die Ausbildung in einem Betrieb in der Region – natürlich inklusive erstem Einkommen. Und parallel dazu der Erwerb der Fachhochschulreife, der zum Studium an Fachhochschulen berechtigt.
„Die Jugendlichen kommen während ihrer Ausbildungszeit an einem Abend in der Woche an das BKN für zusätzlichen Unterricht, der auf die Fachhochschulreife vorbereitet. Das deckt die erforderlichen Anforderungen ab. Und die zusätzlichen Schulstunden entfallen nicht auf die reguläre Arbeitszeit im Betrieb“, erläutert BKN-Schulleiter Frank Flanze das Konzept.

Doppelqualifikation bietet berufliche Chancen

Die erste Klasse mit Azubis ist jetzt gestartet. Insgesamt nutzen dieses Angebot aktuell 20 Azubis aus 18 Firmen. Auch Cedric, Auszubildender zum Werkzeugmechaniker bei der Firma C.Ed. Schulte GmbH Zylinderschlossfabrik (CES), hat sich für die attraktive Doppelqualifikation entschieden. „Lebenslanges Lernen ist für uns als Ausbildungsbetrieb enorm wichtig. Deshalb ermöglichen wir das unseren Azubis gern, wenn wir merken, dass sie motiviert sind und gute Noten haben“, berichtet Lars Deppe, Ausbildungsleiter für die gewerblich-technischen Berufe bei CES. Und für den beruflichen Werdegang ist der Abschluss natürlich viel wert: „Mit dem Wissen und der Qualifikation ist es leichter, sich auch nach der Ausbildung weiter zu qualifizieren und hier im Betrieb voranzukommen“, so Deppe.

Das Ziel der gemeinsamen Initiative von BKN und Schlüsselregion e.V. ist es, Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen, die sonst in Vollzeit weiter zur Schule gehen würden. „Diese Schüler können jetzt in die Praxis, ohne auf den höheren Bildungsabschluss verzichten zu müssen. Und das Azubi-Gehalt bekommen sie natürlich auch“, erklärt Flanze die Vorteile des Modells.

Viele Velberter und Heiligenhauser Firmen suchen aktuell geeignete Azubis für 2021. Enge rät interessierten Schülern: „Einfach mal bei den Ausbildern oder Personalverantwortlichen nachfragen, ob die Kombination aus Ausbildung und Fachhochschulreife für den Betrieb in Ordnung wäre.“ 

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